Chronik 1956-1981

Durchbruch zur westdeutschen Spitzenklasse

Mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse Siegerland begann die eindruckvollste Phase in der 25-jährigen Vereinsgeschichte, nämlich der Durchbruch zur westdeutschen Spitzenklasse. In einem Rhythmus von zwei Spieljahren wurden sämtliche Klassen bis hin zur Oberliga West durchlaufen.

Erste Mannschaft der Bezirksklasse Siegerland 63/64
von links nach rechts: Ulrich Sondermann, Klaus Ebel, Otmar Reuter, Hartmut Köppert, Peter Schultheis, Wolfgang Klasen.

Wurde 1965 der Aufstieg in die Landesliga im Entscheidungsspiel der beiden Tabellenersten TTC Bergneustadt und DJK TuS 02 Siegen nur knapp verfehlt, so gelang dieses Vorhaben im zweiten Anlauf um so überzeugender. Verstärkt durch die Zugänge der Spieler Gerhard Becker (Sportfreunde Siegen) sowie Hubert Wolf (KJ Netphen) wurde 1966 die erste Herrenmannschaft mit 44:0 überlegener Sieger der Bezirksklasse und damit Aufsteiger in die Landesliga Mittelrhein. In der Meistermannschaft spielten:

Gerhard Becker, Wolfgang Klasen, Otmar Reuter, Peter Schultheis, Hubert Wolf und Gerhard Rohleder.

Aber nicht nur die erste Mannchaft wusste in den Jahren 1963 bis 1966 zu überzeugen. Die zweite Herrenmannschaft schaffte 1964 den Aufstieg in die 1. Kreisklasse und stellte damit einen wertvollen Unterbau dar. Folgende Spieler waren an dem Erfolg beteiligt:

Adolf Bittmann, Rolf Althaus, Karl Ludwig, Günter Stahl, Ulrich Sondermann, Bernd Irlenbusch, Klaus Ebel und Klaus Telzer.

Auch die damalige Damenmannschaft schwamm mit auf der Erfolgswelle der Abteilung. 1964 schafft sie den Aufstieg in die Damenbezirksklasse, in der sie sich 1966 einen der Aufstiegsplätze der damals neugegründeten Landesliga Südwestfalen erkämpfte. In dem erfolgreichen Damenteam, das sich leider wegen Heirat, Studium, Umzug und Vereinswechsel auflöste, spielten:

Ingrid Hagedorn, Gaby Andreas, Irmtrud Blickhäuser, Ursula Bräutigam, Monika Blickhäuser und Gudrun Meisner.

Trotz dieser im Damensport oft anzutreffenden Situation war der Aufwärtstrend der Tischtennisabteilung ungebrochen. Neben einer dritten Mannschaft, die von Klaus Telzer, Gerd Neuser, Herbert Klein, Günter Groß, Erwin Brüning, Gerhard Dettmer und Gerhard Bräutigam gebildet wurde, machte zum ersten mal der Tischtennisnachwuchs auf sich aufmerksam. Namen wie Ulrich Büdenbender, vor allem aber Peter Rohleder machten von sich reden. Peter Rohleder gelang es, nicht nur in der Schüler- sondern später auch in der Jugendklasse die Farben des Vereins als erster auf westdeutscher Ebene zu vertreten. Höhepunkt war seine Berufung in eine WTTV-Auswahlmannschaft, über die er auch zu internationalen Einsätzen kam.

Ein wichtiges Ereignis stellte 1966 der von der Stadt Siegen ermöglichte Umzug der Tischtennisabteilung in die Turnhalle der Lindenberg-Hauptschule dar. Hier waren endlich die Bedingungen für einen leistungssportorientierten Trainings- und Spielbetrieb gegeben. Die vielen Jahr der Spiellokalprovisorien waren damit endlich vorbei.

Der nächste sportliche Höhepunkt war das Spieljahr 67/68, in dem gleich zwei Mannschaften und Aufstiege gefeiert werden konnten. Das Glanzstück schaffte dabei jedoch die erste Mannschaft. Neben dem gewinn der Landesligameisterschaft an sich ist aus der Sicht des Chronisten vor allem die Art und Weise hervorzuheben, in der der Aufstieg in die Verbandsliga errungen wurde.

Bedingt durch Berufsausbildung, Studium und Bundeswehr waren nämlich während der gesamten Spielzeit die Akteure der ersten Mannschaft bis auf Hubert Wolf über die gesamte Bundesrepublik verstreut, so dass sich die Spieler zu jedem Meisterschaftsspiel - rechnet man die Hin- und Rückfahrt zusammen - in einer Sternfahrt von über 2000 km trafen. Wolfgang Klasen (Fortbildung im Bankwesen) reiste aus Stuttgart an, Ulrich Sondermann und Peter Schultheis aus ihren Studienorten Darmstadt und Gießen, Gerhard Becker von der Bundeswehr aus Hemer und Gerhard Rohleder - ebenfalls bei der Bundeswehr - kam aus Verden. Trotz oder gerade wegen dieser Umstände, die nicht nur die Kameradschaft, sondern auch den Siegeswillen stärkten, wurde die Meisterschafft in der Landesliga überlegen mit 44:0 Punkten gewonnen. Der Sprung in die zweithöchste westdeutsche Spielklasse, die Verbandsliga, war damit geschafft.

Den zweiten Erfolg schaffte im gleichen Spieljahr die zweite Herrenmannschaft mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse. Im Meisterspielerkader wirkten mit:

Bernd Irlenbusch, Hans Hepting, Ulrich Büdenbender, Hartmut Köppert, Otmar Reuter und Klaus Ebel.

Damit war von der Spielklasse her ein wichtiger Unterbau geschaffen worden, über den in den folgenden Jahren einige junge Spieler den Sprung in die erste Mannnschaft schaffen sollten.

Der nächste bedeutende Meilenstein in der Vereinsgeschichte war das Spieljahr 69/70. Erheblich verstärkt durch den Zugang von Ex-Nationalspieler Dieter Weitz (PSV Düsseldorf, davor Sportfreunde und ESV Siegen) gelang der ersten Mannschaft der stolzeste Erfolg, an den 1961, dem Beitrittsjahr der DJK TuS 02 Siegen zum Westdeutschen Tischtennisverband, niemand zu denken gewagt hätte: der Aufstieg in die höchste Spielklasse des Verbandes - die Oberliga West!

In spannenden Meisterschaftsspielen mit traditionsreichen westdeutschen Tischtennisvereinen, in denen den stets zahlreichen Zuschauern und DJK-Fans die gesamte Palette von Spielvarianten geboten wurde - feinfühliges Defensivspiel (Weitz, Becker), Allround- und Konterspiel (Klasen, Sondermann) sowie knallhartes Angriffsspiel (Wolf, Vohs) - gelang folgenden Spielern der Aufstieg in die Oberliga:

Dieter Weitz, Gerhard Becker, Hubert Wolf, Wolfgang Klasen, Ulrich Sondermann und Paul Vohs.

Mit diesem Erfolg avancierte die DJK TuS 02 Siegen zum führenden Tischtennisverein Südwestfalens!

Verbandsliga Meister und Aufsteiger in die Oberliga West 69/70
von links nach rechts: Gerhard Becker, Dieter Weitz, Wolfgang Klasen, Ulrich Sondermann, Paul Vohs und Hubert Wolf

Ähnlich erfolgreich wie die erste Mannschaft war auch die zweite Mannschaft, deren Ziel es war, leistungsmäßig Kontakt zur Spitzenmannschaft zu halten. So war ihr Erfolg, der Aufstieg in die Landesliga Mittelrhein, ein zwangsläufiges Ergebnis der ebenso eifrigen Trainingsarbeit. Der Spielerkreis des neuen Landesligisten hieß:

Bernd Irlenbusch, Gerd Neuser, Gerhard Rohleder, Peter Rohleder, Peter Schultheis, Klaus Ebel und Bernd Flender.

Zweite Mannschaft der Bezirksklasse und Aufsteiger in die Landesliga 69/70
von links nach rechts: Bernd Flender, Peter Rohleder, Bernd Irlenbusch, Peter Schultheis, Klaus Ebel, Gerd Neuser und Gerhard Rohleder

In den folgenden Jahren konnte, was den Spitzensport in der Tischtennisabteilung anbetraf, keine weitere Steigerung der Leistungen erwartet werden. Die Mannschaft hatte ihre optimale Leistungsgrenze erreicht, die es nun galt, durch sorgfältige Nachwuchsförderung so lange wie möglich zu halten. Dennoch konnte man gespannt sein, wie sich der Oberliganeuling DJK TuS 02 Siegen im Kreis der renommierten Clubs Nordrhein-Westfalens behaupten würde. Eines stand jedenfalls fest, die Zuschauer in der Tischtennisprovinz Südwestfalen würden in der Folgezeit eine Reihe namhafter Spitzen- und Ranglistenspieler zu sehen bekommen, die man sonst nur in Fachzeitschriften bzw. im Fernsehen bewundern konnte.

Die vielleicht aus einem gewissen Zweckpessimismus heraus bewusst etwas niedrig gehaltenen Erwartungen an die Rolle, die der Senkrechtstarter und Klassenneuling DJK TuS 02 Siegen in der neuen Umgebung, der Oberliga West, spielen würde, wurden bei weitem übertroffen. Mit einem kaum noch zu überbietenden Trainingsfleiß bereitete sich der Spielerkader der ersten Mannschaft auf die neue Meisterschaftsrunde vor, um top-fit gleich in das erste Spiel zu gehen. Man war sich der spieltechnischen Überlegenheit vieler Gegner bewusst, deshalb setzte man von Anfang an auf die bewährten DJK-Tugenden: Siegeswille, Kampfkraft und Kondition. Unter der fachkundigen Führung des Spitzenspielers Dieter Weitz, der spielerisch und sportlich bis heute das Vorbild nicht nur der DJK-Tischtennisfreunde ist, wurden in faszinierenden Spielen die letzten Zweifel mancher der fachkundigen zahlreichen Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes "vom Tisch gefegt". Die für Meisterschaftsspiele viel zu kleine Lindenbergsporthalle, in der sich die Zuschauer dicht um die Spielboxen drängten, erlebte neben überlegenen Siegen begeisternde Tischtenniskrimis gegen hochfavorisierte Mannschaften, in denen jeder Punkt frenetisch gefeiert wurde. Viele Mannschaften mit klangvollen Namen, die später Bundesligisten waren oder noch sind, stellten sich vor heimischen Publikum der Siegener Mannschaft, z.B. DJK Tusa Düsseldorf, SV Moltkeplatz Essen, TTC Blau-Weiß Datteln, DJK Grün-Weiß Bad Hamm, TTC Jülich, TTV Metelen, TuS Nachrodt (heute: VfB Altena) und andere. In ihren Reihen standen deutsche Ranglisten- und Spitzenspieler wie Forster, Gomolla, der mehrfache deutsche Meister Lieck und andere, aber auch Nachwuchstalente wie Wosiek und Nolten, die heute zur Tischtennisprominenz zählen. Mancher von ihn verließ nicht nur im Einzel- sondern auch im Mannschaftsspiel die Platte als Verlierer.

Betrachtet man die Plazierungen der ersten Mannschaft in den ersten 5 Jahren ihrer Zugehörigkeit zum Tischtennisoberhaus, so können neben guten Mittelplätzen aber auch ein 2. sowie ein 3. Platz in den Abschlusstabellen nachgewiesen werden. Was der Mannschaft selbst versagt blieb, gelang jedoch dem Spitzenspieler Dieter Weitz: er wurde während dieser Jahre zweimal bester Einzelspieler der Oberliga West. Diese Tatsachen weisen deutlich aus, welch hervorragendes Tischtennis in der DJK Siegen gespielt wurde.

Die erste Mannschaft hatte von 1969 bis 1975 folgende Aufstellungen:

69/70 Weitz, Becker, Wolf, Klasen, Sondermann, Vohs;
70/71 Weitz, Becker, Wolf, Klasen, P. Rohleder, Vohs;
71/72 Weitz, Becker, Wolf, Saßmann, P. Rohleder, Vohs;
72/73 Weitz, Saßmann, Wolf, P. Rohleder, Becker, Kösling;
73/74 Weitz, Saßmann, Wolf, P. Rohleder, Becker, Kösling;
74/75 Weitz, Wolf, P. Rohleder, Seck, Becker, Neuser.

Wenn in den bisherigen Darstellungen die erste Herrenmannschaft besonders im Vordergrund gestanden hat, so ist dies sicherlich verständlich; dennoch ist es auch Chronistenpflicht, die Entwicklung des Unterbaus, der sogenannten unteren Mannschaften, während des Zeitraumes 1969 bis 1975 zu betrachten. Schließlich verstand sich die Tischtennisbteilung von je her nicht nur als Leistungs- sondern auch als Breitensportabteilung, wenngleich zugegebenermaßen vor allem in den ersten 15 Jahren - bedingt durch das jugendliche Durchschnittsalter und dem daraus resultierenden Elan und sportlichen Ehrgeiz - der Leistungssport einen höheren Stellenwert hatte. Für die stürmische Aufwärtsentwicklung der Tischtennisabteilung hatte jedoch die Leistungsorientiertheit der Reservemannschaften eine außerordentliche Bedeutung, stellten sie doch aufgrund ihrer günstigen Leisungsabgestuftheit ideale "Sprungbretter" für den nachrückenden Nachwuchs dar. Dies beweisen vor allem die Veränderungen in den jeweils ersten Mannschaften seit der Gründerzeit am deutlichsten. Es hat immer ein Auf und Ab gegeben. Neben Spielern wie Wolf (KJ Netphen), Saßmann (Friesen Klafeld-Geisweid) und Seck (TuS Eisern), die sich aus Gründen ihrer persönlichen Leistungssportentwicklung der DJK TuS 02 Siegen anschlossen, war vor allem immer ein Durchbruch von sogenannten "Eigengewächsen" in die erste Mannschaft zu beobachten. Beispielhaft hierfür sind Namen wie Schultheis, Wolters, Ebel, dann G. Rohlder, Sondermann und P. Rohleder und schließlich Neuser. Letzterem gelang es, sich von der untersten Mannschaft bis in die erste hochzuarbeiten.

Betrachten wir die Rangfolge entsprechend zunächst die zweite Herrenmannschaft. Im Spielerkader dieser Mannschaft wurde seit je her das "heißeste" Tischtennis gespielt, prallten hier doch ehemalige Spieler der ersten Mannschaft auf manchmal überehrgeizige Nachwuchsspieler, deren sportliches Ziel die Zugehörigkeit zur Spitzenmannschaft war. Dass dabei sportliche Erfolge nicht ausbleiben konnten, beweist die Zugehörigkeit zur Landesliga seit 1970. Wenngleich der Sprung in die Verbandsliga in den Jahren 1970 bis 1974 manchmal nur sehr knapp verfehlt wurde, so überzeugten doch die gezeigten Leistungen. Diese Mannschaft, die nach der eigenen ersten mehrere Jahre lang die zweitstärkste Mannschaft im regionalen Bereich war, hatte im Zeitraum 1969 bis 1974 folgendes Aussehen:

69/70 Neuser, P. Rohleder, Schultheis, Irlenbusch, Flender, G. Rohleder, Ebel;
70/71 Sondermann, Neuser, Irlenbusch, Flender, G. Rohleder, Ebel;
71/72 Klasen, Sondermann, Neuser, Irlenbusch, Kösling, Braun;
72/73 Klasen, Sondermann, Irlenbusch, Braun, Vohs, Neuser;
73/74 Klasen, Sondermann, Irlenbusch, Braun, Vohs, H. Rohleder.

Ebenfalls sehr erfolgreich spielte die dritte Herrenmannschaft. Nachdem sie in den 60er Jahren in die 2. Kreisklasse, anschließend in die 1. Kreisklasse, 1971 in die Kreisliga, 1972 in die Bezirksklasse und 1974 schließlich in die Bezirksliga aufgestiegen war, konnte auch sie vollauf an die Leistungen der vorderen Mannschaften anknüpfen. Verantwortlich für diese Erfolge in den Jahren 1969 bis 1974 waren nachfolgende Spieler:

Schultheis, Wolters, Ebel, Hellmann, Gohlke, Flender, G. Rohleder, Elsner.

Die vierte Mannschaft begann 1969 mit dem Meisterschaftsbetrieb in der damaligen 3. Kreisklasse; 1972 gelang der Sprung in die 1. Kreisklasse. 1974 stieg die Mannschaft in die Kreisliga auf. Im Zeitraum 1969 bis 1974 wurden folgende Spieler in dieser Mannschaft eingesetzt:

Telzer, Dettmer, Bräutigam, Meiswinkel, Killer, Elsner, Hegener, Heppe, Paul Rohleder, Dittrich, Hellmann, Hippenstiel, Berndt und Göller.

In der Schüler- und Jugendklasse entwickelten sich in diesem Zeitraum eine große Anzahl von Talenten, z.B. Neuburger, Giermann, H. Rohleder, P. Heupel, Irrgang und andere, die zum Teil aufgrund ihrer guten Leistungen vorzeitig in Herrenmannschaften eingesetzt wurden. Aus dem Spektrum ihrer Erfolg seien exemplarisch folgende genannt:

1974 Neuburger, Giermann und Irrgang werden als Mannschaft sowohl Kreis- als auch Bezirkspokalsieger.
1974 H. Rohleder, mehrfacher Schülerkreismeister, wird Kreis- und Bezirksmeister der Jugend.

Vereinsanschrift

DJK TuS 02 Siegen e.V.
z. Hd. Thomas Schultheis
Sankt-Michael-Straße 12
57072 Siegen

Spiellokal

Alte Dreifachturnhalle am Giersberg
(Bertha-von-Suttner-Schule)
Kolpingstraße 35
57072 Siegen

Kontakt

Abteilungsleiter Tobias Pontz
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